Das Behandlungsprinzip

Eine sichere Therapie und eine wissenschaftliche Diagnostik der Lumbalextensoren ist nur dann möglich, wenn mindestens folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

1. Die Isolation der zu messenden Muskulatur
Um die  tiefe Muskulatur der Wirbelsäule zu kräftigen, muss das Becken vollständig fixiert sein. Nur so kann man die starken Gesäß- und Beinmuskeln ausschalten. Eine Rekonditionierung der Rückenstreckmuskulatur ist  nur bei fixiertem Becken möglich. Da dies gerätetechnisch bisher nicht möglich war, blieb der Erfolg aus.

2. Kompensation der Gravitation 
Alle beweglichen Teile der Therapiemaschine müssen austariert sein, und die Störgröße der  Körpermaße muss gegengewichtet werden. Bedingt durch das Körpergewicht des Patienten und dem Maschinengewicht ergeben sich auf den einzelnen  Messpositionen Vor- bzw. Nachteile. Daher müssen diese Variablen während der gesamten Bewegungsamplitude eliminiert werden, um eine Kompensation der Schwerkraft zu erzielen.  

3. Statisches Testen über den gesamten Bewegungsumfang
Eine dynamische Messung von Muskelkräften ist nicht möglich, da Beschleunigungs- bzw. Abbremskräfte, intramuskuläre Reibungen etc. nicht definierbare Störgrößen sind. Daher ist eine sogenannte isokinetische Kraftmessung nicht aussagekräftig. Die Messung muss auf mehreren Positionen durchgeführt werden, um intramuskuläre Dysbalancen zu erkennen.

4. Der Widerstand muss sich verändern, gemäß der physiologischen Kraftkurve des Muskels.
Mit der Erfindung der Exzenterscheibe (Cam) durch Arthur Jones verbesserten sich die Möglichkeiten in der Kräftigungstherapie enorm. Das Cam verändert durch seine ungewöhnliche Form den Widerstand während der Bewegung. Dadurch bekommt der Muskel auch in ungünstigen Körperwinkeln eine reduzierte Belastung und es werden intramuskuläre Dysbalancen ausgeglichen. Es treten keine Belastungsspitzen während der Bewegung auf, was für empfindliche Körperbereiche wie die Halswirbelsäule von wichtiger Bedeutung ist. 

5. Die Bewegungsamplitude (Range of motion) muss veränderbar sein.
Gemäß der ärztlichen Diagnose muss der ROM dem Beschwerdebild des Patienten individuell angepasst werden. Während der Durchführung der Therapie soll die Bewegungsamplitude gemäß dem Schmerzzustand des Patienten individuell verändert werden.  

6.  Die Bestimmung des Muskelfasertypus.
Die Kenntnis der Zusammensetzung des Fasertypus (schnelle oder ausdauernde Muskelfasern) ist zur Festlegung der optimalen Therapieintervalle und Belastungsintensitäten notwendig. Eine Dominanz von „fast-twitch“ - Fasern ist ein Risikofaktor für den Rücken, da bei lang anhaltenden Belastungen diese Muskulatur versagt. 

spezielle Fixierungstechnik Durch eine spezielle Fixationstechnik werden die kleinen Rückenstrecker isoliert und damit die starken Gesäß- und Beinmuskeln eliminiert.
LumbalextensorenSchematische Darstellung der kleinen, die Lendenwirbelsäule stabilisierende Rückenmuskulatur

 

 

 

 

 

 

 

Die Medizinische Kräftigungstherapie kann ärztlich verordnet werden

Hauptindikationen für die Medizinische Kräftigungstherapie sind:

  • chronische Schmerzen: mindestens seit 3 Monaten Dauerschmerzen
  • chronisch rezidivierende Schmerzen: mindestens 2 akute Schübe pro Jahr, seit mindestens 2 Jahren
  • bei muskulärer Insuffizienz und muskulärer Dysbalance am gesamten Achsenskelett
  • bei funktionellen Störungen (Blockierungen), Segmentinstabilitäten
  • bei Verspannungsschmerzen in der Hals- und Nackenmuskulatur
  • bei Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus
  • Zustand nach Operationen an der Hals-, Brust- und/oder Lendenwirbelsäule
  • bei Zustand nach Verletzungen der Wirbelsäule
  • bei manifester Osteoporose
  • nach Akzellerations- und Dezellerationstraumen = 'Schleudertrauma'
  • bei degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule (Osteochondrose,  Spondylose und Spinalstenose)
  • bei Bandscheibenvorwölbungen und Bandscheibenvorfällen, die nicht operiert werden müssen
  • bei Haltungsschwäche und -fehlern (z. B. Skoliose, Segmentinstabilität, Spondylolisthesis u.a.)
  • bei Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis (chronische Polyarthritis, M. Bechterew, Fibromyalgie etc.)