Therapieergebnisse

In den letzten Jahren hat sich die Medizinische Kräftigungstherapie weltweit sehr rasch ausgebreitet und fest etabliert. Um sich dem ständigen Vergleich mit den international erzielten Resultaten zu stellen, erfolgt eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Therapieergebnisse, der eigenen Patienten. Nur „messbare Qualität“ ist Qualität im eigentlichen Sinne. Sie dient der ständigen Qualitätssicherung und der Weiterentwicklung des Verständnisses moderner Therapieformen.

Die international erzielten Ergebnisse in den vielen hundert MKT-Praxen spiegeln sich in der Studie von Dr. Brian Nelson, Minneapolis (935 Patienten) und den Untersuchungen des Rehabilitationszentrums der ATOS-Privatklinik in München (2334 Patienten) wider. Ein Großteil dieser Patienten galt als chronisch und war bisher therapieresistent, d. h. sie hatten länger als 6 Monate Rückenschmerzen und bereits viele Therapien der Schulmedizin erfolglos durchlaufen.

Ergebnisse nach 18 Sitzungen der
Medizinischen Kräftigungstherapie

Auswertung in Prozenten

Dies entspricht einem Therapieerfolg von 85 % bzw. 95 %
und steht in einem sehr engen Zusammenhang mit den
erzielten Kraftzuwächsen.

 

Die durchschnittlich gemessenen Kraftzuwächse lagen bei 76,7 % und lassen auf die gewaltige Atrophie im Bereich der Lendenwirbelsäule schließen. Vor allem auf der Messposition in der Extension wurden deutliche Schwächen bei den Menschen sichtbar. Dieses Ergebnis betont die Notwendigkeit der Durchführung einer isolierten Kräftigungstherapie.

Die Schmerzreduktion nach dem WHYMPI-Fragebogen lag bei 55 % und stand in einem engen Zusammenhang mit den erzielten Kraftzuwächsen. Je höher die muskuläre Stabilität,  desto besser ist der Schutz vor den Alltagsbelastungen und Verletzungen. Dies bedeutet für den Bereich der Wirbelsäule: Steigt die Kraft, sinkt der Schmerz.

Kraftzuwachs nach 12 Wochen Training

 

 

 

 

 

 

 

Die durchschnittliche Therapiezufriedenheit der behandelten Patienten beträgt 98 %. Betrachtet man die bisherigen Resultate in der Therapie beim chronischen Rückenpatienten, dann sind diese Ergebnisse überzeugend.

Die Kräftigungstherapie ist in jedem Alter möglich. Ein wesentliches Ziel ist das Wachstum (Hypertrophie) der entsprechenden Muskulatur. Dr. Maria Fiatorone, Boston, hat bei 18 Altersheimbewohnern mit einem Durchschnittsalter von 90,2 Jahren in einem 10-wöchigen Krafttrainingsprogramm einen computertomographisch gemessenen Muskelzuwachs von 9 % festgestellt. Der Kraftgewinn lag bei 174 % und steht für eine wichtige Hilfe zum Erhalt der Selbständigkeit im Alter. Schmerzen und Alter sind keine Indikation zur Schonung.
Inzwischen wurden auch deutliche Zusammenhänge zwischen seriösen Kräftigungsprogrammen und der Erhöhung der Knochendichte nachgewiesen. So wurde z. B. bei Astronauten festgestellt, dass das Ausbleiben von Widerstand nicht nur zu Muskel-, sondern auch zu Knochenschwund führte. Daher kann ein gezieltes Widerstandstraining für Menschen mit Osteoporose zu deren Prophylaxe sehr hilfreich sein.

Viele Leistungssportler mit ernsthaften Problemen im Bereich der Wirbelsäule finden sich immer wieder in der ATOS-Privatklinik ein. In einer wissenschaftlichen Untersuchung, zusammen mit dem  Institut für Trainings- und Bewegungslehre der Zentralen Hochschule für Sport in München, unterzogen sich 30 Top-Athleten unterschiedlicher Disziplinen (Bobfahren, Bodybuilding, Fussball, Nordische Kombination, Triathlon, Ringen, Rudern und Volleyball)  einer isolierten Messung der tiefen Rückenmuskeln. Alle Sportler gehörten der internationalen Klasse an, darunter Weltmeister, Europameister sowie Medaillengewinner bei Olympischen Spielen.

Obwohl die Athleten im Rahmen ihres sportartspezifischen Leistungstrainings intensive Krafttrainingseinheiten durchführten, ergab die Messung der Lumbalextensoren Defizite auf allen Testpositionen. Beim  Vergleich mit einer Kontrollgruppe von Nichtsportlern (NS n=30) waren die Werte der statischen Maximalkraft signifikant nicht besser. Treten Rückenschmerzen bei Sportlern auf, muss bei der Ursachenabklärung an die mögliche Schwäche der isolierten Lumbalextensoren gedacht werden.